Auswirkungen des Umweltschutzes auf den Einzelnen – das hat sich verändert!

Auswirkungen des Umweltschutzes auf den Einzelnen – das hat sich verändert!



Sinkender Energieverbrauch, steigender Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch – die guten Nachrichten für Österreichs Umweltschutz sind zuletzt recht zahlreich gewesen. Doch natürlich bedeutet es auch immer einen Umstieg für die Bevölkerung, wenn entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. In diesem Artikel sollen deshalb die Konsequenzen und Veränderungen durch die Umweltschutzmaßnahmen aufgezeigt werden. Ferner soll auf die daraus erwachsenen Pflichten für den Einzelnen eingegangen werden.

Was hat sich verändert?

In den letzten 20-30 Jahren gab es einige Veränderungen in Österreich, die dem Umweltschutz dienten. Dabei sind vor allem das Umweltschutzgesetz sowie das Klimaschutzgesetz zu nennen. Bei Letzterem sind unter anderem eigene Emissionshöchstmengen für verschiedene Sektoren der österreichischen Wirtschaft festlegt. Jedoch existieren auch noch viele weitere Regelungen und Übereinkünfte, die am Ende zu Umweltschutzmaßnahmen geführt haben:

1. Energiekennzahlen für Immobilien

Wer Eigentümer eines Wohnhauses ist, kann energetische Sanierungen mit staatlicher Förderung der Bundesregierung in Österreich sowie den Ländern und Gemeinden in Anspruch nehmen. Im Gegenzug gelten jedoch auch entsprechende Regelungen für den Energieverbrauch eines Hauses. Diese werden in Form der Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (ÖIB). Dabei heißt es in der ÖIB-Richtlinie 6:

  • Nachweis: Wohn- und Nichtwohngebäude müssen einen Nachweis über die Erfüllung der Anforderungen für das Referenzklima erbringen. Dieser kann sowohl über den Heizenergiebedarf erfolgen als auch über den Gesamtenergieeffizienz-Faktor.
  • Höchstwerte: Der Heizwärmebedarf darf je nach Nachweisart ab 2017 den Wert von 47,6 kWh/m²a (Nachweisart Heizenergiebedarf) beziehungsweise 54,4 kWh/m²a (Nachweisart Gesamtenergieeffizienz-Faktor) nicht überschreiten, wenn es sich um Neubauten handelt. Diese Höchstwerte gelten jedoch nicht für Bauten mit einer Grundfläche von weniger 100 m².

Da mittlerweile auch für größere Renovierungen entsprechende Energiekennzahlen festgelegt wurden, bringt dies entsprechende Pflichten für Hausbesitzer mit sich. Durch eine gute Dämmung sowie die Modernisierung von Heizungsanlagen lässt sich der Energieverbrauch in Bezug auf Wohnhäuser deutlich mindern, was den österreichischen und europäischen Klimaschutzzielen entgegenkommt.

2. Mülltrennung ist zur Selbstverständlichkeit geworden

Österreich ist ein Land der Mülltrennung geworden. Laut einer IMAS-Studie aus dem Jahr 2015 geben 95 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher an, dass die Mülltrennung hierzulande selbstverständlich ist. Dies spart ca. 75.000 Tonnen CO2 allein in Wien ein. Das Trennungssystem im Einzelnen:

  • Altpapier: Altpapierbehälter bei Wohnhäusern oder Sammelinseln, Recyclinghöfe

Zum Altpapier gehören neben alten Briefen und Illustrierten auch Kartons, Wellpappe und Schachteln.

  • Altglas: Glascontainer

Es wird in Weiß- und Buntglas getrennt. Österreich konnte schon im Jahr 2007 ca. 80 Prozent aller Glasbehältnisse in dieser Form wiederverwerten.

  • Kunststoffverpackungen: Gelbe Tonne (gelber Sack), Recyclinghöfe, Sammelstellen (in einigen Gemeinden)

Seit 2004 dürfen in Österreich stark verschmutzte Plastikbehälter mit dem Restmüll entsorgt werden. Getränkepackungen können auch in die sogenannte ÖKO-Box gegeben werden.

Mülltrennung

  • Metallabfälle: Blaue Tonne

Die Sammlung von Altmetall und Eisenschrott ist sehr gut organisiert. Elektrogeräte mit Metallanteil und auch Farb- oder Lackdosen gehören dabei nicht in die blaue Tonne.

  • Bioabfälle: Biotonne

Bei Bioabfällen handelt es sich um Küchenabfälle und Gartenabfälle. Altes Fleisch und verdorbene Nahrungsmittel können jedoch in Einzelfällen Probleme bei der Sammlung mit sich bringen. Dies wird regional unterschiedlich geregelt.

  • Problemstoffe: Problemstoffsammelstellen

Alte Arzneimittel, Benzin oder auch Putzmittel verschiedenster Art sind Problemstoffe, die gesondert entsorgt werden müssen.

  • Elektronikaltgeräte: Altstoffsammelzentrum, Recyclinghof oder Händler beim Neukauf

In Österreich werden heute Elektro-Großgeräte (z.B. Waschmaschine), Elektro-Kleingeräte (z.B. Bügeleisen), Kühlgeräte und auch Bildschirmgeräte getrennt gesammelt.

  • Alttextilien: Sammelbehälter

Altkleider, die noch nicht vollkommen zerschlissen sind, lassen sich in entsprechenden Altkleidercontainern entsorgen.

  • Restmüll: Restmülltonne

Der restliche Müll wie defekte Haushaltsgegenstände Staubsaugerbeutel oder gebrauchte Hygieneartikel kann in der normalen Restmülltonne entsorgt werden.

Neben diesen Mechanismen der Abfalltrennung besteht zusätzlich noch die Möglichkeit, Sperrmüll und Bauschutt gesondert zu entsorgen. Damit lässt sich das österreichische System der Mülltrennung als äußerst ausgereift bezeichnen.

3. Weniger Plastiktüten im Handel

Plastiktüten aus dem Supermarkt waren lange Zeit kostenfrei oder gegen geringe Cent-Beträge erhältlich. Mittlerweile sind sie jedoch in den Fokus des Umweltschutzes gerückt. In Österreich hat sich der Staat mit der Wirtschaft auf eine freiwillige Lösung geeinigt. Dabei wurde durch alle Beteiligten die Zielmarke von maximal 25 Kunststoff-Tragetaschen pro Person im Jahr 2019 festgesetzt. Ein Teilerfolg konnte bereits im Jahr 2016 erzielt werden, als die Anzahl der Einweg-Tragetaschen aus Plastik im Vergleich zum Vorjahr um 89 Millionen Stück (15 Prozent) niedriger ausfiel.

Nachhaltig einkaufen

4. „Bio“ ist in

In kaum einem europäischen Land ist die biologische Landwirtschaft so stark vertreten wie in Österreich. Dafür sprechen die folgenden Fakten:

  • 2016 waren 19 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe (21.820) sogenannte Bio-Höfe
  • Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche der Bio-Höfe an der Gesamtfläche betrug 2016 sogar 22 Prozent

Dazu hat das Agrarumweltprogramm maßgeblich beigetragen, denn es gewährt staatliche Förderungen für landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Landwirtschaft auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen. Darüber hinaus bewegt sich jedoch auch die Nachfrage nach Bioprodukten mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau. So sind laut einer Erhebung des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich ca. acht Prozent aller verkauften Frischwaren aus biologischer Herstellung. Besonders bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass die Österreicher diese Konsumentscheidungen häufig nicht aus Gründen des Umweltschutzes fällen. Die Gründe sind vielfältig:

  • Besser für die Gesundheit
  • Besserer Geschmack
  • Weniger chemische Zusatzstoffe
  • Bessere Kontrollen der Lebensmittel

Da die Bundesregierung zudem plant, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Österreich noch deutlich zu erhöhen, dürften sich bald noch viel mehr Bio-Produkte in den Regalen der Supermärkte finden lassen.

Umweltschutz in Österreich

Der Umweltschutz hat deutliche Verbesserungen der Lebensqualität eingebracht

Während die obigen Punkte zumindest teilweise auch Pflichten und Umstellungen für Privatpersonen mit sich gebracht haben, konnte die Bevölkerung insgesamt sehr vom Umweltschutz in Österreich profitieren. Dies kommt natürlich auch jedem Einzelnen zu Gute:

  • Badeseen sind sauberer: Während in den 1970er-Jahren das Wasser in Badeseen sowohl bei den pH-Werten als auch in Bezug auf die Nitratbelastung sehr schlechte Werte aufwies, haben heute viele Badeseen fast schon Trinkwasserqualität. Davon profitieren sowohl die Anwohner als auch der Tourismus in der Alpenrepublik.
  • Besserer Zustand der Wälder: Gerade durch die Entschwefelung von Emissionen aus Fabrikschornsteinen konnte der Ausstoß an Schwefeldioxid im Vergleich zu den 1970er-Jahren um ca. 95 Prozent abgesenkt werden. Somit wurde saurer Regen deutlich seltener, was wiederum den Wäldern zu Gute kommt. Anfang der 80er Jahren fürchteten noch viele Experten, dass der saure Regen ein großes Waldsterben auslösen könnte. Heute ist dieses Problem weitestgehend gelöst, zumal Österreich auch noch für seine nachhaltige Forstwirtschaft bekannt ist.

Wer also heute einen Ausflug in die Natur Österreichs macht, kann die Erfolge des Umweltschutzes der letzten 30-40 Jahre sofort spüren. Wälder und Seen sind in deutlich besserem Zustand und in Einzelfällen kehren auch Tierarten zurück, die man in der Alpenrepublik fast schon für ausgerottet hielt.

Es gibt noch viel zu tun – der Klimawandel als Herausforderung

Auch wenn es bereits zahlreiche Umweltschutzmaßnahmen gibt, die in Österreich eine Erfolgsgeschichte produziert haben, warten heute ganz andere Herausforderungen. Die Größte ist dabei sicherlich der Klimawandel, der auch für uns Menschen einige einschneidende Veränderungen mit sich bringt:

  • Gefahren für die Landwirtschaft: Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass Bauern mit dem Getreideanbau ernste Schwierigkeiten bekommen könnten. Gerade längere Dürrephasen zerstören Ernten und sorgen am Ende für deutlich geringere Erträge.
  • Gefahren für die Wälder: Die in Österreich verbreitete Fichte kommt mit dem Wandel des Klimas besonders schlecht zurecht. Sollte hier nicht gegengesteuert werden, kann dies ein echtes Risiko für den Baumbestand bedeuten.
  • Gefahren für den Tourismus: Österreich ist traditionell auch ein Land des Ski-Tourismus. Wenn dieser mangels Schnee jedoch ausfällt, könnte dies auch große wirtschaftliche Verwerfungen mit sich bringen.

Fazit

In Bezug auf den Klimawandel gibt es also noch viel zu tun. Dies bezieht sich neben der Senkung des Heizenergiebedarfs auch auf unsere Art von Mobilität. Wir werden entweder weniger mit dem Auto unterwegs sein können oder einen emissionsarmen oder gar emissionsfreien Antrieb nutzen müssen.

Bildquellen:

Bild1: by paul, © Fotolia.com

Bild2: Photographee.eu, © Fotolia.com

Bild3: Viacheslav Iakobchuk, © Fotolia.com

Bild4: meineurlaubswelt, © Fotolia.com

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