Heldin des Alltags: Nunu Kaller mit „Ich Kauf nix – Ein Jahr ohne Kleiderkauf“

Heldin des Alltags: Nunu Kaller mit „Ich Kauf nix – Ein Jahr ohne Kleiderkauf“



HeldInnen des Alltags sind für uns Menschen, die Nachhaltigkeit leben. Menschen, wie du und ich, die uns allen ein Vorbild sein können. Und genau deshalb wollen wir sie euch vorstellen! Unsere Heldin Nunu erzählt wer sie ist, woher sie kommt und welche Erfahrungen sie gemacht hat, als sie sich entschlossen hat 1 Jahr ohne Kleiderkauf zu verbringen. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen hat sie in ihr Buch „Ich Kauf nix – Ein Jahr ohne Kleiderkauf“ niedergeschrieben.

Wir stellen euch vor: Nunu

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„Ich wurde gefragt, ob ich über meinen Weg zu ichkaufnix + danach bloggen könnte: Mach ich doch gern! Erstens, weil ich leidenschaftlich gern blogge, zweitens, weil mir mein Projekt nach bald dreieinhalb Jahren immer noch Spaß macht.

Damals, kurz vor Silvester 2011/2012, beschloss ich nämlich, mir für ein Jahr lang keine neue Kleidung mehr zu kaufen. Einfach, weil ich viel zu gern shoppte und mich so von meinem stressigen Alltag ablenkte. Doch einfach nur nix shoppen war mir zu wenig. „Das passiert mir sogar manchmal“, erklärte mein Bruder. Damals arbeitete ich bei GLOBAL 2000. Im Hinterkopf waren sie alle da, die Infos über die ökologischen Dramen, die beim Baumwollanbau passierten. Aber im Laden war normalerweise dann doch wichtiger, dass dieses wunderschöne dunkelrote Top doch so wahnsinnig gut zu meinem olivgrünen Rock zuhause passen würde. Ich beschloss, mir während meiner „Abstinenz“ genauer anzuschauen, wo meine Sachen eigentlich her kamen.

 

 

Was ich herausfand, schockierte mich aufs Äußerste. Sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene ist die Produktion von sogenannter Fast Fashion, also Mode, die es bei Billiganbietern wie H&M, Zara oder Primark gibt, einfach nur eine Katastrophe. Das Thema ließ mich nicht los, schockierte mich regelmäßig aufs Neue. Ich erfuhr, dass die Näherin eines Shirts genau ein Prozent des Verkaufspreises bekommt, dass teures GMO-Saatgut Bauern in Indien in den Ruin treibt, und überhaupt, dass der Preis eines Kleidungsstücks genau nichts über die Produktionsweise aussagt. Selbst wirkliche Luxusmarken lassen in Billigstlohnländern produzieren, sie streichen lediglich höhere Margen ein.

Sehr bald machte ich mich auch auf die Suche nach Alternativen. Es musste doch Mode geben, für die niemand in der Produktionskette leiden musste, inklusive unserer Umwelt. Und ich wurde fündig, sogar in Hülle und Fülle. Es gibt – auch in Österreich – jede Menge fantastische DesignerInnen, denen Umweltschutz und faire Produktion wirklich ein Anliegen ist. Ich lernte so spannende Konzepte wie Upcycling kennen, wo aus bestehenden Kleidungsstücke neue genäht werden (besonders stolz bin ich auf mein Pulloverkleid, das aus einzelnen Socken zusammengenäht ist). Strickte und nähte wieder selbst – das Nähen wurde zur Hassliebe: Währenddessen macht es mich oft wahnsinnig, ich bin einfach viel zu wenig „Zen“ fürs Nähen, aber wenn man etwas fertig genäht hat, mit dem man sich auch wirklich auf die Straße traut, diese Gefühl ist unschlagbar.

 

 

Seit Anfang 2013 darf ich wieder shoppen – ich tue das inzwischen aber viel weniger als früher. Ich habe nicht nur mein eigenes Konsumverhalten überdacht, ich versuche auch ganz bewusst, nur noch Mode zu kaufen, die ökologisch und / oder fair produziert worden ist (das „oder“ schreib ich bewusst, da ich auch ein großer Fan von Second Hand bin). Das Projekt hat dennoch mein ganzes Leben verändert, weil ich mir auch einen Traum erfüllen durfte: Ich habe ein Buch geschrieben. Und ich arbeite inzwischen sogar in dem Bereich: Bei Greenpeace Österreich bin ich für die Detox-Kampagne zuständig, die sich für ein verantwortungsvolles Chemikalienmanagement in der Textilproduktion einsetzt. Das Thema Textilproduktion hat mich seit dreieinhalb Jahren nicht losgelassen, und ich befürchte, das wird auch noch sehr lange so bleiben. Es gibt noch so viel zu tun.“

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